Selbst ist der Elektriker? Woran Heimwerker bei Kabeln und Schaltern denken sollten

Viele Leute trauen sich mittlerweile an einfache Elektroinstallationen im eigenen Haus heran. Eine neue Steckdose setzen, einen Lichtschalter tauschen oder eine Lampe anschließen – das scheint kein Hexenwerk mehr. Und oft stimmt das auch. Aber wer schon mal in einer Altbauwohnung mit einem alten, bröseligen Schalterkasten gearbeitet hat, weiß: Das Material macht den Unterschied. Ich bin da vorsichtig geworden. Einmal habe ich für fünf Euro einen Satz Schalter aus dem Discounter gekauft. Nach drei Monaten klemmte der Hebel. Seitdem bestelle ich lieber bei einem Fachhändler, der nicht nur das Standardprogramm führt. Elektro Breitbachde online hat zum Beispiel viele Sachen, die ich im Baumarkt nie finde – von alten Porzellandrohren bis zu modernen Unterputzdosen mit ausreichend Bautiefe.

Es geht aber nicht nur um die Auswahl. Sondern auch um die Sicherheit. In Deutschland unterliegt Elektromaterial strengen Normen. Wer ein Kabel ohne VDE-Prüfzeichen kauft, spart vielleicht zehn Cent – und riskiert einen Kurzschluss. Im Handwerk sagt man: Strom ist nicht verhandelbar. Das klingt dramatisch, aber ich hab schon gesehen, wie ein minderwertiger Lüsterklemmenblock im Altbau anfing zu schmoren. Seitdem nehme ich auch für kleine Projekte nur noch Ware von Herstellern wie Busch-Jaeger oder Merten. Und die bekommt man halt nicht überall.

VDE-Zertifizierung und was sie wirklich bedeutet

Das VDE-Zeichen ist kein Marketing-Gag. Es steht für eine freiwillige Prüfung durch den Verband der Elektrotechnik. Ein Gerät oder Bauteil muss dabei eine Reihe von Tests bestehen: Isolationsfestigkeit, mechanische Belastbarkeit, Brandverhalten. Viele Importwaren aus Fernost haben diese Tests nie gesehen. Sie tragen zwar oft ein CE-Zeichen, aber das ist meist nur eine Herstellererklärung, keine unabhängige Prüfung. Ein Kollege von mir, gelernter Elektriker, meinte mal: „CE heißt ‚Chinesisches Etwas‘, wenn es aus bestimmten Quellen kommt.“ Das ist überspitzt, aber der Kern stimmt. Ich achte deshalb beim Kauf auf die konkret benannte Prüfnummer, die sich auf der Verpackung oder direkt auf dem Schalter findet. Bei Schaltern und Steckdosen für den Innenbereich ist das Pflicht – aber die Kontrolle im Laden fehlt oft.

Typische Fehler beim Kauf von Elektromaterial

Der erste Fehler ist, blind auf Marken zu vertrauen. Manche großen Namen lassen inzwischen in derselben Fabrik fertigen wie die Billigmarken. Da hilft nur, die genaue Typenbezeichnung zu vergleichen. Der zweite Fehler: zu tiefe Schalterdosen zu nehmen. Viele Heimwerker kaufen die günstigen 40-mm-Dosen, obwohl in der Wand eine 60-mm-Dose nötig wäre – vor allem wenn mehrere Kabel verlegt werden müssen. Der dritte Fehler: an den Kabeln sparen. Ich verwende für feste Installationen nur noch NYM-J 3×1,5 mm², nie das dünnere H07V-K2. Das ist zwar teurer, aber biegbarer und verträgt mehr Last. Wer in der Küche einen Backofen anschließen will, sollte unbedingt auf den richtigen Querschnitt achten.

  • Nur Material mit VDE-Prüfzeichen oder einer gleichwertigen deutschen Zulassung verwenden.
  • Vor dem Kauf den genauen Platzbedarf in der Dose messen – nicht nach Augenmaß.
  • Für Außenbereiche immer IP44 oder höher wählen (Feuchtraum-Schalter).
  • Alte Aluleitungen nie mit Kupferklemmen verbinden; es gibt spezielle Verbinder.
  • Bei Schalter- und Steckdosen-Kombinationen auf die Schaltleistung achten (10 A reicht meist, aber für Herdanschlüsse nicht).
  • Nach dem Einbau jede Dose mit einer Zugentlastung versehen, sonst kann sich die Schraube lösen.
  • Niemals zwei verschiedene Kabelquerschnitte an einer Klemme zusammenführen – das gibt Lockerkontakt.

„Ein alter Elektriker hat mir mal den Satz eingebläut: ‚Wer am Schalter spart, der spart am falschen Ende. Ist die Leitung erstmal in der Wand, ist jeder Euro für schlechte Ware verloren.‘“

Ich gebe zu, am Anfang war ich auch einer, der im Baumarkt einfach das günstigste Set mitnahm. Erst als ich die Unterschiede in der Verarbeitung selbst gesehen habe – wie glatt die Kontaktflächen bei einem guten Schalter sind, wie sauber die Rastnasen einrasten – bin ich umgestiegen. Das kostet vielleicht 50 Cent mehr pro Steckdose, aber die Haltbarkeit ist dafür um Jahre länger. Und bei der nächsten Renovierung kann ich die Dinger wieder verwenden, statt sie nachzuschrauben.

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